Kein Fußball in Zeiten von COVID-19!

Hallo Unioner,

angesichts der aktuellen und für uns alle neuen Lage, möchten wir uns kurz zu Wort melden und euch wissen lassen, wie wir den morgigen Spieltag angehen werden.

Vorweg: Niemand von uns ist Experte, jedoch nehmen auch wir die Lage ernst und können nur den zuständigen Stellen vertrauen. Fußball ist ein Teil unserer Gesellschaft und kann damit auch nur in diesem Gesamtkontext gesehen werden. Dazu reicht ein Blick in andere Länder Europas. Unsere Gesellschaft steht vor einer großen Herausforderung. Wir alle müssen dazu beitragen, diese schwierige Zeit zu überstehen. Wir sollten auf unsere Kinder aufpassen, unseren älteren Nachbarn beim Einkauf helfen und zusehen, dass die wirtschaftlichen Folgen für die unteren Schichten unserer Gesellschaft nicht zu hart ausfallen.

Die DFL hat nun entschieden: Der Spieltag am kommenden Wochenende findet ohne Zuschauer statt, danach wird die Saison für drei Wochen unterbrochen. Unsere Position hierzu ist ganz klar: Ein sportlich fairer Wettbewerb kann nur unter gleichen Bedingungen für alle sichergestellt werden. Geisterspiele stellen eine Wettbewerbsverzerrung dar und sie bringen viele Vereine in eine wirtschaftlich bedrohliche Lage. Deshalb dürfte auch das morgige Spiel gegen den FC Bayern München aus unserer Sicht nicht stattfinden. Dass der Spielbetrieb – nach aktuellem Stand – durch den Verband am morgigen Tag doch durchgeführt werden soll, zeigt uns erneut, wer die hässliche Fratze des Fußballs ist. Der Grund ist klar und wurde auch durch Herrn Rummenigge erst kürzlich bestätigt: „Es geht am Ende des Tages um Finanzen“. Dass dabei trotzdem Spieler, Trainer und Funktionäre zusammenkommen, sich Fans in Kneipen oder anderen Örtlichkeiten treffen, um das Spiel zu sehen und sich am Ende des Tages womöglich untereinander trotzdem eine hohe Anzahl an Menschen infizieren, lassen diese Leute außer Acht. Geld scheint am Ende des Tages eben wichtiger als die Gesundheit der Bevölkerung. Warum man nicht dem Beispiel vieler anderer europäischer Ligen folgt und den Spielbetrieb sofort einstellt, erschließt sich uns nicht. Aus unserer Sicht sollte das sofort geschehen und dieser erst fortgesetzt werden, wenn es die gesellschaftliche Lage wieder zulässt.

Für die sicherlich aktuell bedrohlichen wirtschaftlichen Folgen für die Vereine sollten die Verbände Lösungen entwickeln. Wir halten es nicht für den richtigen Weg mit Solidaritätsaktionen weiter die Fans und Zuschauer zu belasten.

Wir werden das morgige Spiel deshalb in keiner Weise auch noch unterstützen. Es wird daher weder vor noch im Stadion irgendwelche Aktionen unsererseits geben. Auch nach dem Spiel wird sich niemand von uns in die Nähe des Stadions begeben. Wir wollen nicht noch unseren Teil dazu beitragen, dass sich Verband und Fernsehsender über schöne Bilder und neue Berichte freuen können.

Außerdem fordern wir alle Unioner dazu auf, dem Appell des Vereins zu folgen und nicht zum Stadion zu kommen! Seid besonnen und vermeidet, wenn möglich, größere Menschenansammlungen am Spieltag. Verfolgt das Spiel lieber im Beisein eurer Liebsten und Freunde, anstatt unnötige Risiken einzugehen. Denn wir wollen uns ja alle noch wiedersehen, wenn der 1.FC Union Berlin wieder in einem ausverkauften Stadion An der Alten Försterei spielt.

Bis dahin bleibt gesund … Und Niemals Vergessen: Eisern Union!

Wuhlesyndikat 2002
Teen Spirit Köpenick 2006
HammerHearts 2004

Union in Leverkusen (Pokal)

Gegner

Aller guten Dinge sind drei und so kreuzten sich die Wege beider Clubs bereits zum dritten Mal in dieser Saison, zum Leidtragen aller Unioner mit dem besseren Ende für die WERKSELF. Wie viele Bayerspieler wohl wirklich noch bei Bayer arbeiten?

Heimauftritt

Geändert hat sich zum Heimspiel in der Liga nicht viel.

Optische Elemente

Rund 2000 Unioner nahmen den Weg auf sich und reisten auf unterschiedlichsten Wegen an. Schon etwas enttäuschend, steht unser Club doch erstmalig nach 2000/2001 wieder im Viertelfinale des DFB-Pokals.

Das Spiel wurde mit vielen rot-weißen Schwenkern eingeleitet. Die ersten Minuten gab der Block gut Gas und konnte eine ordentliche Lautstärke erzielen. Auch in der zweiten Halbzeit zauberten die anwesenden Unioner einen guten Auftritt auf die Bühne. Eines der besten Auswärtsspiele dieser Saison.

Spiel

Eine gut eingestellte und motivierte Mannschaft führte bis zur 70. Minute völlig verdient. Erst nach einer Gelb-roten Karte kam Leverkusen in Schwung. Am Ende setzt sich dann doch die Qualität durch. Die Heimmannschaft konnte noch die eine oder andere Schippe drauflegen, während bei den Eisernen die Kräfte schwanden und schwanden. So zog am Ende Leverkusen in die nächste Pokalrunde ein.

Sonstiges

Wie schnell Fußball zur Nebensache wird, zeigte sich zur Mitte der ersten Halbzeit, als ein Leverkusenfan einen Herzstillstand erlitt und über mehrere Minuten wiederbelebt werden musste. Beide Fankurven stellten nach Erhalt der Information daraufhin den Support ein. Erst mit bekannt geben, dass es dem Fan besser geht und er stabil war, nahmen beide Kurven den Support wieder auf.

Es spricht schon Bände, dass in der Vorwoche ein Spiel wegen eines Spruchbands unterbrochen wurde, aber wenn ein Mensch um sein Leben kämpft, fröhlich weiter gespielt wird. So stellt man sich den Fußball doch vor!

Und Niemals Vergessen: Fick dich DFB!

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Union gegen Wolfsburg

Gegner

Der Volkswagen-Verein aus Niedersachsen war zu Besuch im schönsten Stadion der Welt. Mit einem einstelligen Platz und sechs Spielen in Folge ohne Niederlage ein starker Gegner mit Willen auf einen Platz für die Teilnahme am internationalen Fußball.

Optische Elemente

Das Spiel wurde ohne große Extras gestartet, da es an diesem Spieltag um viel mehr als nur die Unterstützung unseres geliebten Vereins ging. Ein paar neue Schwenker waren auf der Waldseite zu sehen.

Spiel

Das Spiel begann mit einer durchwachsenen ersten Hälfte und hohem Foulpotenzial seitens der Gäste. In der 23. Minute konnte unser Hüter des Netzes mit zwei Ad hoc-Paraden die Führung verhindern, was ein wenig das Spiel von Union belebte. So konnte Andersson in der 41. die Führung erzielen, die nach der Pause durch Friedrich ausgebaut wurde (56.). Der Anschlusstreffer ließ aber nicht lange auf sich warten. Gerhardt setzte 4 Minuten später nach einer Ecke die Kugel ins Netz. Danach kamen unsere Jungs nicht mehr in die Gänge und liefen dem Ball auf den Flügeln teilweise erschreckend hinterher. Zur Folge hatte das den Ausgleich in der 81. Minute. Leistungsbezogen ist das Unentschieden vertretbar und für Union ein wichtiger Punkt zum Klassenerhalt.

Stimmung

Die Stimmung wurde durch frühe Gesänge stark angeheizt, was an der Ehrung zum 400. Bundesligaspiel von Christian Gentner lag. Glückwunsch an dieser Stelle. Mit dem ersten großen Aufreger der ersten Hälfte war aber klar: Das wird kein normaler Spieltag.
Sich kritisch gegenüber Dietmars Fußball Liga äußernde Spruchbänder sorgten in der 33. Minute für die erste Unterbrechung des Spiels durch den Unparteiischen. Das Warum wird der Schiedsrichter höchst persönlich wissen, dem, mit der Aufgabe eines Einordnens von Formulierungen während des laufenden Spiels, allerdings auch eine sehr undankbare Aufgabe zuteilwurde. Mit Beginn der 44. Minute wurden weitere optische Elemente erhoben, was an der Alten Försterei zu einem sehr zwiespältigen Stimmungsbild führte. Mehr dazu könnt ihr unserer Stellungnahme entnehmen. Mit Beginn der zweiten Hälfte, versuchte die Waldseite das gesamte Stadion wieder zu motivieren, was nur zeitweise auch gelang. Nach Spielende erschien noch ein weiteres Spruchband. „Jahrelang die Kritik überhört und sich nun an Auffälligkeiten gestört“. Er fasste die Thematiken rund um diesen Spieltag optimal zusammen.

Gastauftritt

Die ersten fünf Minuten ein recht lebendiges Bild mit vielen Fähnchen und Bewegung im Block. Der Zaun wirkte, als hätte man zu viele davon eingepackt. So konnte wenigstens der auffallend karge Zaun kaschiert werden.

Sonstiges

Gute Besserung Andre, wir sind in Gedanken bei dir. Du hast gegen Wolfsburg im Grunde nichts verpasst.

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Kollektivstrafen zum „Schutze“ eines Milliardärs – der DFB zeigt erneut sein wahres Gesicht

In den vergangenen Wochen wurde die Fußballöffentlichkeit erneut Zeuge der Doppelmoral und Demokratiefeindlichkeit der Vertreter des sogenannten „modernen Fußballs“. Ihren Höhepunkt erreichte die Absurdität vorerst am vergangenen Wochenende.

Sich gegenseitig übertreffend fabulierten Dietmar Hopp, Karl-Heinz Rummenigge und der DFB selbst, neben abgehalfterten D-Prominenten des Fußballs über „Würde“, „Moral“ und „Respekt“. Dieselben Personen, die im Falle Hopp daran arbeiten, dass der Fußball der Zukunft von hochgezüchteten Retortenvereinen mit unkritischem Klatschpublikum beherrscht wird und der ungebetenen Meinungen gerne mit einem Hochfrequenzgerät begegnet, welches Körperverletzungen nach sich zieht. Oder die, im Fall Rummenigge, Trainingslager in Katar abhalten, einem Land, welches Menschenrechte und somit die oben erwähnten Werte mit Füßen tritt. Ein Land, welches auch aufgrund der DFB-Funktionäre die Weltmeisterschaft 2022 austragen wird. In Anbetracht der nicht aufgeklärten gekauften WM 2006 ist auch hier davon auszugehen, dass sich die Herren das einige teure Uhren haben kosten lassen.

Diese moralisch alles andere als integren Personen und Strukturen wollen uns Fans nun erzählen, was Anstand ist und stören sich an der zugespitzten Wortwahl, mit der wir unsere Kritik äußern. Nur, wenn es keine Möglichkeit gibt, grundlegende Veränderungen im deutschen Fußball zu erreichen, müssen wir eben zu drastischeren Maßnahmen greifen. Dass es keine andere zielführende  Möglichkeit gibt, haben die von uns geführten Gespräche mit den Verbänden gezeigt, die letztlich nicht mehr waren als ein großer Scheindialog.

Die tatsächliche Schande der vergangenen Wochen liegt im Verhalten der Verbände, allen voran des DFB. Zuerst wurden die öffentlichkeitswirksam ausgesetzten Kollektivstrafen wieder eingeführt. Wohlgemerkt, in einer von einem Fußballverband geschaffenen Paralleljustiz. Diese verfassungswidrige Art der Bestrafung ist mit unserem Verständnis von Demokratie nicht in Einklang zu bringen. Indem der DFB diese nun wieder ausspricht, offenbart er nicht nur erneut sein verzerrtes Bild von Rechtsstaatlichkeit, sondern beweist auch eindrücklich, dass er nur solange an Veränderungen und Dialog interessiert ist, solange sein Geschäft nicht ernsthaft gestört wird. Nicht einmal die wenigen Fanorganisationen, die noch mit dem DFB im Dialog stehen, wurden über die “neue Linie” des Verbandes informiert, geschweige denn, deren Meinung eingeholt. Der DFB zeigt wiederholt, dass er kein ernsthaftes Interesse an einem Dialog mit Fans verfolgt. Unter Fritz Keller scheint sich auch hier leider nichts zum Positiven verändert zu haben.

Darüber hinaus sollen von nun an zum Wohle eines Milliardärs sämtliche „Diskriminierungen“ und „Beleidigungen“ sanktioniert werden, bei Wiederholungen droht ein Spielabbruch. Eine Selbstoffenbarung seiner eigenen Unabhängigkeit lieferte der DFB bereits, in dem er im Vorfeld des Spieltags eine Einflussnahme von Vereinsfunktionären und Absprachen zuließ. Der erste Spieltag mit dieser Regelung hat gezeigt, worum es den Verantwortlichen und dem DFB wirklich geht, um schlichte Zensur. Anders ist die Unterbrechung in Meppen nicht zu erklären. Auch, wenn die Verbände jetzt wieder ein Stück weit zurückrudern, zeigt sich klar, in welche Richtung es gehen soll und wird.

Wir sind nicht gutgläubig und waren es auch nie. Und so lassen wir uns auch diesmal nicht blenden. Es geht hier weder um antirassistisches Engagement, noch um Diskriminierung und schon gar nicht um Anstand und Werte. In diesem Falle hätte sich der DFB in der Vergangenheit entschiedener, auch im eigenen Dunstkreis, positionieren müssen. Dieses geschah, wie zu erwarten nicht. Es geht schlichtweg um die Bekämpfung unserer Fankultur und unserer Werte. Die Profiteure des Geschäfts „Fußball“ versuchen mit diesem scheinbar verfänglichen Thema die Fankurven zu spalten, um letztlich die aktiven Fanszenen zu entfernen. Denn diese sind es, die stets den Finger in die Wunde legen und sich für demokratische Vereine, effektive Mitbestimmung im Fußball, für den Erhalt der 50+1 Regel, für bezahlbare Eintrittskarten und fangerechte Anstoßzeiten einsetzen und somit letztlich für das, was uns Fans die Identifikation mit diesem Sport noch halbwegs gelingen lässt.

Aber dieses Engagement ist dem DFB und seinen Verbündeten ein Dorn im Auge, welchen es zu bekämpfen gilt. Diesen Kampf nehmen wir auch weiterhin gerne an, denn wir haben keine andere Wahl, als ihn zu führen, wenn wir unseren Fußball zumindest teilweise noch erhalten wollen. Dieser Kampf kann plakativ, zugespitzt und provokant geführt werden oder tiefgründig und differenziert – wichtig ist, dass wir ihn führen!

Denn wir Fans sind die Basis und die Seele des Fußballs und wir lassen uns weder von Kollektivstrafen, noch von Spielunterbrechungen davon abhalten, für unsere Sache einzustehen.

Wir fordern und erwarten daher:

Kollektivstrafen abschaffen! Es wird Zeit, dass der DFB sein mittelalterliches Rechtsverständnis für alle Zeit hinter sich lässt und Kollektivstrafen nicht nur aussetzt, sondern seine Rechts- und Verfahrensordnung diesbezüglich ändert und damit das Instrument der kollektiven Bestrafung abschafft. Im gleichen Zuge erwarten wir die sofortige Aufhebung der gegen Borussia Dortmund ausgesprochenen Zuschauerausschlüsse.

Die wirklich hässlichen Gesichter des Fußballs bekämpfen! Der Fußball ist kaputt. Wirtschaftliche Interessen werden hofiert, das System sorgt dafür, dass reiche Clubs immer reicher werden, in den Verbänden steht Korruption an der Tagesordnung und um Menschenrechtsverletzungen schert man sich einen Dreck. Nicht erst seit den „Football Leaks“- Enthüllungen ist bekannt, dass Verbände und Vereine sich an diesen Zuständen nicht stören – im Gegenteil, sie fördern sie sogar. Hier muss endlich gegengesteuert werden, sollte den Herren wirklich etwas am Fußball liegen!

Wer nur am maximalen Profit orientiert ist, Werte deshalb nur zu seinem (Wettbewerbs-)Vorteil benennt und sich mit jahrelanger Kritik von Fans nicht ehrlich auseinandersetzt, macht sich lächerlich, wenn er sich als Hüter der Moral inszeniert. Wir Fans werden die Praxis vom letzten Spieltag nicht einfach so hinnehmen und im Zweifel weiter Unterbrechungen und auch Abbrüche in Kauf nehmen.

Fick dich DFB!            

Die Fanszenen Deutschlands im März 2020

Freie Meinung im Fadenkreuz

Ein Schiedsrichter unterbricht ein Fußballspiel der 1. Bundesliga aufgrund eines Doppelhalters oder Gesängen? Die Öffentlichkeit stellt kritische Fußballfans auf eine Stufe mit Terroristen? Die subkulturell geprägte Variante von Kritik an Dietmar Hopp, dem sogenannten Hurensohn, und seinen Auswüchsen wird inhaltlich zur Morddrohung stilisiert, weil ihn ein Fadenkreuz ins Visier nimmt?

Auch wir betrachten mit Sorge eine Entwicklung rund um den Fußball, die die 50+1-Regel, freie Meinungsäußerung, Mitbestimmung und andere Fanrechte nach und nach aufweicht. Darüber hinaus scheint jedoch der Einfluss gängiger Mäzen wie Dietmar Hopp und Dietrich Mateschitz groß genug zu sein, um den Fußball auch weit über den Sport hinaus bis in die Fanszenen zu beeinflussen und das notfalls auch per angeblich unabhängiger Sportgerichtsbarkeit des DFB. Kollektivstrafen schützen eine Einzelperson zuungunsten tausender Unbeteiligter und ihrem Verein. Anstatt daraufhin jedoch die Verhältnismäßigkeit in Frage zu stellen oder gar die Entwicklungen im deutschen Profifußball, stürzt sich die Allgemeinheit wohl lieber auf die letzte Bastion eines einstigen Volkssports, nämlich die organisierte Fanszene. Weil sie laut, frech und oft provokativ auf Missstände aufmerksam macht.

Der Doppelhalter, der vor wenigen Minuten auf der Waldseite zu sehen war, ist keine Morddrohung. Er ist aber ganz klar provokant und kritisiert eine Person und eine stetige Entwicklung. Heute steht er jedoch vor allem entgegen schleichender Zensur und für die Ausdrucksfreiheit in den Kurven.

HammerHearts 2004

Union in Frankfurt

Gegner

Der direkte Tabellenkonkurrent aus Frankfurt lud zum ersten Montagsspiel für Union in der ersten Bundesliga. Ein starker Gegner, zuletzt mit vier Heimsiegen in der Europa League und Liga, mit Lust, dies weiter auszubauen. Lediglich die Punkte auswärts lassen zu wünschen übrig, dort steht FFM auf dem letzten Platz. Seit nunmehr 15 Jahren heißt das Stadion leider Commerzbank Arena und ist mit vielen Raffinessen ausgestattet. Dennoch soll es auch zukünftig kein WLAN im Stadion geben, dass man sich ganz auf das Spiel einlassen kann. Hoffentlich kommt auch irgendwann wieder der Schriftzug Waldstadion aufs Dach.

Heimauftritt

Eine leere Kurve mit Banner gegen Montagsspiele bindet immer wieder die Blicke abseits des Spiels. Da dieser Protest schon länger bekannt war, wurden seitens Verein mehrere Alternativen im Umfeld zur Verfügung gestellt. So gab es Leinwände und extra Monitore im Umlauf und dem Museum, welche das Spiel übertrugen. Der Rest des Stadions ausverkauft und klassisch in den Farben schwarz und weiß, welcher auch ohne Spielbezug immer wieder versuchten ein wenig Stimmung in den Betonbau zu bringen. Eigentlich schade, dass man diese starke Heimkurve diesmal nicht wahrnehmen konnte. Erwähnenswert, da bereits medial ein Thema, war ein Spruchband über der Heimseite. Das gesamte Spiel über wurde ein interessanter Vergleich, mit „Ihr streckt den Spieltag – Wir das Koka“, gezogen.

Optische Elemente

Ein nicht ganz ausverkaufter Gästeblock wurde aufgrund des Montagsspiels mit der altbekannten “Anstoßzeiten fair gestalten”-Zaunfahne geziert. Auf alle weiteren Stilmittel, neben der Trommel und den gut bewährten Händen, wurde ebenfalls verzichtet. Diese Art von Protest wird nun schon seit Jahren und ligaübergreifend gewählt, bis es endlich seitens der Verbände ein Umdenken gibt. Die Belange der Fans müssen endlich wieder vor denen der Investoren stehen.

Spiel

In der ersten Hälfte waren beide Mannschaften auf Augenhöhe, konnten aber durch fehlende Motivation keinen Treffer landen. Vom Spielerischem, mit wenigen strittigen Szenen, hatten die Unparteiischen zumindest in der ersten Hälfte wenig zu tun. Die zweite Hälfte konnte Union dann nutzen, um energischer ins Spiel zu finden. In der 49. und 65. Minute wurden die Eisernen durch einen Stellungsfehler bzw. ein Eigentor in Führung gebracht. Der Anschlusstreffer in der 79. Minute gab der Heimmannschaft nochmal Schwung, der aber schlussendlich nicht reichte.

Sonstiges

Wie bereits in Bremen erwarteten uns am Eingang übermotivierte Ordner, die nicht gerade mit Freundlichkeit glänzten. So musste man sich durch mehrere Reihen von Rocker-Ordnern kämpfen, bevor man zum Block laufen konnte. Vor diesem erwartete uns eine weitere Intensivkontrolle. So schafften es nicht alle der rund 2700 Unioner pünktlich in den Block. Zahlreiche Unioner durften zur Krönung dann noch zu einer Einzelkontrolle. Insgesamt war der Ordnungsdienst nicht auf Deeskalation aus. So konnte man innerhalb weniger Wochen den nächsten, völlig übertrieben Sicherheitswahn am eigenen Leib erfahren.

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Union gegen Leverkusen

Gegner

Mit Leverkusen empfingen wir einen etablierten, wie auch umstrittenen Werksklub im Stadion An der Alten Försterei. Die Ausgangslage war klar. Leverkusen war der Favorit, aber es war auch klar, dass wir bei einem Heimspiel immer für eine Überraschung gut sind.

Optische Elemente

Eine dichte Schalparade und einige Schwenker eröffneten das Spiel auf unserer Seite.

Spiel

Ein unglaublicher Kraftakt unserer Mannschaft, welcher am Ende leider nicht belohnt wurde. Angefangen mit einem Hammer von Gentner zum 1:0 nur wenige Minuten nach Anpfiff, kam Leverkusen noch Mitte der ersten Halbzeit wie aus dem Nichts zum Ausgleich. Union war zu dem Zeitpunkt durchaus das bessere Team. Leverkusen kam nach der Halbzeit besser aus den Startlöchern, brauchte aber bis zur 83. Minute, bevor man die Führung markieren konnte. Dem Torschützen Diaby sei in dem Zusammenhang mal eine nette, karrieregefährdende Verletzung gewünscht für seinen Torjubel vor der Waldseite. Schon lange nicht mehr solch ein provokantes Verhalten in unserem Stadion gegenüber unserer Kurve gesehen. Mit ordentlich Wut im Bauch ging es weiter und Union schien das Unfassbare noch möglich zu machen und so erzielte Bültner mit dem zweiten Sahnetor des Tages den Ausgleich. Leider war dies aber nicht der Schlussmoment und so war Leverkusen noch einen Tick frischer im Kopf gewesen und markierte in der 4. Minute der Nachspielzeit einen durchaus unverdienten Siegtreffer.

Stimmung

Die Stimmung konnte man durchweg als gut bezeichnen. Die Waldseite war gut aufgelegt und außer bei wenigen, unglücklich gewählte Lieder konnte man eine gute Mitmachquote und Lautstärke erreichen. Lediglich die gemeinsamen Gesänge mit der Gegengeraden hätten mehr Durchschlagskraft haben können.

Gastauftritt

Der Gästeblock wusste bei diesem Spiel zu gefallen. Gute Mitmachquote, immer wieder kamen Gesänge auch auf der Waldseite an. Dazu noch ein guter Fahneneinsatz und eine nett anzusehende Zaunbeflaggung. Eine gute A-Note gab es für die Pyroeinlage zu Beginn der zweiten Halbzeit, wobei es Abzüge in der B-Note für die Clips gibt. Im Gästeblock leuchtete es auch danach noch häufiger, wobei es zeitweise wie Profilierungsgehabe Einzelner wirkte. War dies geplant, muss man sagen, ein wenig mehr hätte dem Ganzen nicht geschadet. Nicht so spaßig fand das ganze anscheinend die Berliner Polizei, welche es sich nicht nehmen ließ, mal wieder an ihrem eh schon schlechten Image zu arbeiten. So riskierte man durch rücksichtsloses Eingreifen unnötig Verletzte.

Sonstiges

Und Niemals Vergessen: Union du wirst siegen, glaub an dich denn es wird wahr!

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Union in Bremen

Gegner

Am mittlerweile 21. Spieltag unserer Erstligasaison ging es in den Nordwesten zu den „Cupfighters“ Werder Bremen. Ein angeschlagener Verein, der tief im Abstiegskampf steckt, jedoch mal eben Dortmund aus dem Pokal kickte. Da war sportlich mit vielem zu rechnen, zumal uns Werder bereits in der Hinrunde drei Punkte abringen konnte. Das Stadion mit seinen charakteristischen Flutlichtmasten samt Umfeld direkt an der namensgebenden Weser und in direkter Nachbarschaft zur Wohnbebauung machte einen guten, authentischen Eindruck. Das Weserstadion gehört zu den Besseren, was man leider schon betonen muss. Diese seelenlosen Betonbauten an den Autobahnen kennen wir alle. Kann man nicht wollen.

Heimauftritt

Die Heimkurve überzeugte mit dem fast durchgehenden Einsatz einer Vielzahl von Schwenkern. Das war es dann aber auch schon. Gehört wurde die Ostkurve zu keinem Zeitpunkt und die erschöpfende Anzahl der Gruppenfahnen machte einen sehr kleinteiligen Eindruck. Mit Zaunfahnen scheint man es im restlichen Teil des Stadions auch nicht so zu haben.

Optische Elemente

Über 4.500 Unioner fanden den Weg ins Weserstadion. Zum Intro wurden Folienbahnen von oben nach unten durch die gesamte Länge des Gästeblocks gespannt. Dazu gab es Luftballons und Konfetti. Am Zaun gab es zudem das Spruchband „Mit Bus und Bahn durchs ganze Land – Union Berlin außer Rand und Band!“. Unterstützt wurde das Chaosintro mit rotem und gelbem Rauch über die gesamte Front des Zaunes und versetzt dahinter etliche Blinkelemente. Dass Union im Straßenverkehr auch unter nebligen Bedingungen aus der Ferne mit deutlich sichtbaren Blinkern zu sehen ist, konnte damit unter Beweis gestellt werden. Das Zünden funktionierte TÜV-verdächtig. Aus dem Rauch hervorstehende Schwenker rundeten das Bild ab. Unterm Dach schallte es auch ganz ordentlich, was aber nicht über die volle Länge des Spiels genutzt werden konnte. Da war viel mehr drin!

Spiel

Der Gastgeber konnte sich die Dynamik des Spiels schnell zu eigen machen und kam mehrmals gefährlich vors Tor, währenddessen Union erst kurz vor dem Halbzeitpfiff den ersten richtigen Torschuss verbuchen konnte. Gerade über unsere linke Seite stellte sich Bremen geschickt an. Glück auf unserer Seite und Unvermögen und Ideenlosigkeit der Werderaner im Abschluss verhinderten einen Treffer, der zu diesem Zeitpunkt sportlich nicht ungerechtfertigt gewesen wäre. In der zweiten Hälfte kam Union auch endlich mal ins Spiel. Bülter stand zweimal genau richtig, was sehr emotionale Torjubel nach sich zog. Das waren somit wieder drei sehr wichtige Punkte im Kampf für den Klassenerhalt.

Sonstiges

Wirklich wütend machte an diesem Spieltag leider der eingesetzte Ordnungsdienst und dessen kommunikative Unzulänglichkeiten in Verbindung mit einer absolut ungewöhnlichen Blockvariante, die nicht so wirkte, als wenn sie für diese Menge an Menschen ausgelegt ist. Eine Treppe führte in den Vorbereich des Gästesektors, in dem zu Spielbeginn an den Zugängen zum Block aufgrund der Menge wartender Menschen nichts mehr vor oder zurückging. Nach dem Abschluss des Intros begaben sich Leute von uns aus dem Block, weil dort von Problemen mit dem Einlass berichtet wurde. Allein dorthin brauchte man schon mit anschließendem Sprung von der Seite des Mundlochs auf die Zugangstreppe gute fünf Minuten. Als dort erst überforderte Ordner und etwas später hinzugerufene Polizisten wahrgenommen wurden, erübrigten sich die Überlegungen, wie man damit umgeht, da unsere Jungs nun selbst nicht mehr zurück in den Block kamen und auch per Telefon keine Kommunikation in den Block möglich war. Zur Halbzeit entspannte sich die Situation wohl nur deshalb, weil zum Teil Unioner dem Stadion den Rücken kehrten. Wir fragen uns nach späterer Rücksprache mit betroffenen Unionern nun, weshalb die Eskalation durch den Ordnungsdienst billigend in Kauf genommen wurde. Wieso wurde der bei Weitem nicht ausgelastete Block neben dem großen Gästesektor nicht zumindest erstmal mit den Besitzern dort gültiger Tickets gefüllt? Wieso gab es auf Nachfrage bei den eingesetzten Ordnern keine Informationen zum Abriegeln des Nebenblocks bzw. gar keine Informationen?

Und Niemals Vergessen: Weiter eisern für den Klassenerhalt kämpfen!

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