Quarantäne für den Fußball – Geisterspiele sind keine Lösung!

Die Frage, wann und in welcher Form wieder Profifußball gespielt werden darf, wurde in den vergangenen Tagen und Wochen viel diskutiert. In der nach wie vor teils unübersichtlichen gesellschaftlichen Situation wurden von verschiedenen Akteuren eine Vielzahl ethischer, epidemiologischer und anderer Argumente ins Feld geführt. Im Folgenden möchten wir uns, als bundesweiter Zusammenschluss der Fanszenen und mit Blick auf die DFL-Vollversammlung, zu dem Thema äußern:

Die Wiederaufnahme des Fußballs, auch in Form von Geisterspielen, ist in der aktuellen Situation nicht vertretbar – schon gar nicht unter dem Deckmantel der gesellschaftlichen Verantwortung. Eine baldige Fortsetzung der Saison wäre blanker Hohn gegenüber dem Rest der Gesellschaft und insbesondere all denjenigen, die sich in der Corona-Krise wirklich gesellschaftsdienlich engagieren.Der Profifußball ist längst krank genug und gehört weiterhin in Quarantäne.

Wir vertreten die klare Position, dass es keine Lex Bundesliga geben darf. Fußball hat in Deutschland eine herausgehobene Bedeutung, systemrelevant ist er jedoch ganz sicher nicht. Beschränkungen, die für vergleichbare Bereiche der Sport- und Unterhaltungsindustrie gelten, müssen auch im Fußball Anwendung finden. In einer Zeit, in der wir alle sehr massive Einschränkungen unserer Grundrechte im Sinne des Gemeinwohls hinnehmen, ist an einen Spielbetrieb der Bundesligen nicht zu denken. Wenn seit Wochen über einen Mangel an Kapazitäten bei CoVid-19-Tests berichtet wird, ist die Idee, Fußballspieler in einer extrem hohen Taktung auf das Virus zu untersuchen, schlicht absurd. Ganz zu schweigen von der Praxis eines Fußballspiels mit Zweikämpfen, eines normalen Trainingsbetriebes in Zeiten von Versammlungsverboten und eines gemeinsamen Verfolgens potenzieller Geisterspiele durch Fans.

Die Rede von gesellschaftlicher Verantwortung und Pläne für exklusive Testkontingente (über 20.000 Stück) für den Profifußball passen nicht zusammen. Wir verstehen, dass Vereinsfunktionäre durchaus rechtliche Verpflichtungen haben, im Sinne des finanziellen Wohls ihres Vereins zu handeln. In einer Situation jedoch, in der die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft vor enormen Herausforderungen stehen, ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass offenbar sämtliche Bedenken hintenangestellt werden, wenn es darum geht, den Spielbetrieb möglichst lange aufrechtzuerhalten, bzw. erneut zu starten.

Ganz offensichtlich hat der Profifußball viel tieferliegende Probleme. Ein System, in das in den letzten Jahren Geldsummen jenseits der Vorstellungskraft vieler Menschen geflossen sind, steht innerhalb eines Monats vor dem Kollaps. Der Erhalt der Strukturen ist vollkommen vom Fluss der Fernsehgelder abhängig, die Vereine existieren nur noch in totaler Abhängigkeit von den Rechteinhabern.

Die Frage, weshalb es trotz aller Millionen keinerlei Nachhaltigkeit im Profifußball zu geben scheint, wie die Strukturen und Vereine in Zukunft robuster und krisensicherer gemacht werden können, wurde zumindest öffentlich noch von keinem Funktionär gestellt. Das einzig kommunizierte Ziel ist ein möglichst schnelles „Weiter so!“, das jedoch lediglich einer überschaubaren Zahl an Beteiligten weiterhin überragende Einkünfte garantiert. Das Gerede von zigtausenden Jobs halten wir schlicht in den meisten Fällen für einen Vorwand, weiterhin exorbitante Millioneneinkünfte für wenige extreme Profiteure zu sichern. Dies zeigt sich auch in der absoluten Untätigkeit des DFB, im Hinblick auf den Fußball unterhalb der 2. Bundesliga. Dass Geisterspiele hier viel stärkere Folgen hätten, als in den Ligen der DFL, wird ausgeblendet. Hauptsache das „Premiumprodukt“ kann weiterexistieren. Hier wird der DFB seiner Rolle nicht nur nicht gerecht, er zeigt auch wiederholt, wessen Interessen er vertritt.

Seit Jahren fordern Fans Reformen für eine gerechtere Verteilung der TV-Einnahmen und kritisieren die mangelnde Solidarität zwischen großen und kleinen Vereinen. Wir weisen auf Finanzexzesse, mangelnde Rücklagenbildung und die teils erpresserische Rolle von Spielerberatern hin. Die Gefahr der Abhängigkeit von einzelnen großen Geldgebern haben wir anhand von Beispielen wie 1860 München, Carl Zeiss Jena und anderen immer wieder aufgezeigt.

Spätestens jetzt ist es aller höchste Zeit, dass sich Fußballfunktionäre ernsthaft mit diesen Punkten auseinandersetzen. Die jetzige Herausforderung ist auch eine Chance: Die Verbände sollten diese Krise als solche begreifen und die Strukturen des modernen Fußballs grundlegend verändern. Es ist höchste Zeit!

In diesem Zusammenhang fordern wir:

  • Der aktuelle Plan der DFL, den Spielbetrieb im Mai in Form von Geisterspielen wieder aufzunehmen, darf nicht umgesetzt werden. Wir maßen uns nicht an, zu entscheiden, ab wann der Ball wieder rollen darf. In einer Situation, in der sich der Fußball auf diese Weise so dermaßen vom Rest der Gesellschaft entkoppeln würde, darf es jedoch nicht passieren.
  • Eine sachliche Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage muss forciert und eine Abkehr vom blinden Retten der TV-Gelder vollzogen werden. Auch ein möglicher Abbruch der Saison darf kein Tabu sein, wenn die gesellschaftlichen Umstände es nicht anders zulassen. In diesem Fall sollten nicht nur Horrorszenarien in Form von drohenden Insolvenzen skizziert werden, sondern Lösungsmöglichkeiten in Form von Förderdarlehen, erweiterten Insolvenzfristen und anderen Kriseninstrumenten, denen sich auch die restliche Wirtschaft stellt, diskutiert werden.
  • Eine kommende Lösung muss maximal solidarisch sein. Es darf unter den Vereinen keine Krisengewinner – und verlierer geben. Die Schere zwischen „groß“ und „klein“ darf nicht noch weiter auseinandergehen. Ausdrücklich schließen wir damit auch die Vereine der dritten Liga und der Regionalligen mit ein, für die Geisterspiele ohnehin keine Option sind.
  • Die Diskussion über grundlegende Reformen, um den Profifußball nachhaltiger und wirtschaftlich krisensicherer zu gestalten, muss jetzt beginnen. Sie darf nicht nur von Fans und Journalisten geführt werden, sondern ist die zentrale Aufgabe der Verantwortlichen der Clubs und Verbände. Strukturen und Vereine müssen auf einen finanziell und ideell sicheren Boden zurückgeholt werden. Dabei muss die 50+1-Regel weiterhin unberührt bleiben.

Die Phase einer von der restlichen Gesellschaft komplett entkoppelten Fußballwelt muss ein Ende haben!

Die Fanszenen Deutschlands im April 2020

Gegenseitig unterstützen – gegenseitig schützen!

Hallo Unioner und hallo Berliner,

unsere Gesellschaft steht nach wie vor unter dem ständigen Einfluss der Covid-19-Auswirkungen. In den vergangenen Tagen haben wir uns viele Gedanken gemacht und mit entsprechenden Stellen gesprochen, wie und wo man weitere Hilfe und Unterstützung leisten kann. Dabei kam vor allem immer wieder das Thema der Stoffmasken auf, welche aktuell in vielen Bereichen und Einrichtungen essentiell sind, um die Verbreitung des Virus durch Tröpfcheninfektion einzudämmen. Aufgrund der großen Nachfrage werden diese momentan vor allem an Krankenhäuser und Rettungskräfte zugewiesen, um jene zu schützen, die direkt am Patienten arbeiten und wirken. Jedoch gibt es auch verschiedene andere Einrichtungen, bspw. in der Alten- und Behindertenpflege sowie im Bereich von Tier- und Allgemeinärzten, welche dringend auf diese Masken angewiesen sind, um sich und andere zu schützen.

Daher möchten wir gemeinsam mit Euch weitere materielle Hilfe leisten und dabei helfen, die Zahl der verfügbaren Stoffmasken aufzustocken. Wie Ihr helfen könnt? Mit einer Nähmaschine, etwas Stoff und Garn von Zuhause aus! Hier findet ihr eine Anleitung (© Stadt Essen –Feuerwehr Essen -Jörg Spors (24.03.2020)), wie man mit simplen Haushaltsmitteln eigene Stoffmasken anfertigen kann. Es sei darauf hingewiesen, dass diese Masken natürlich nicht mit medizinischen Masken zu vergleichen sind. Jedoch ist die grundsätzliche Wirkungsweise – die Ausbreitung des Virus durch Niesen und/oder Husten zu mindern und die Infektionskurve zu senken – ähnlich.

Daher bitten wir Euch in den kommenden Tagen um Unterstützung bei der Produktion. In den nächsten beiden Wochen, jeweils mittwochs, 08.04. sowie 15.04. (jeweils von 16-19 Uhr), wird es am Köpenicker Gabenzaun schließlich die Möglichkeit geben, die Masken abzugeben. Wir werden diese anschließend koordiniert den Einrichtungen zur Verfügung stellen. Bei Fragen oder Ideen sind wir gern für Euch ansprechbar. Wir sowie die entsprechenden Einrichtungen danken Euch für jeden Support.

Gegenseitig unterstützen – gegenseitig schützen!

Kein Fußball in Zeiten von COVID-19!

Hallo Unioner,

angesichts der aktuellen und für uns alle neuen Lage, möchten wir uns kurz zu Wort melden und euch wissen lassen, wie wir den morgigen Spieltag angehen werden.

Vorweg: Niemand von uns ist Experte, jedoch nehmen auch wir die Lage ernst und können nur den zuständigen Stellen vertrauen. Fußball ist ein Teil unserer Gesellschaft und kann damit auch nur in diesem Gesamtkontext gesehen werden. Dazu reicht ein Blick in andere Länder Europas. Unsere Gesellschaft steht vor einer großen Herausforderung. Wir alle müssen dazu beitragen, diese schwierige Zeit zu überstehen. Wir sollten auf unsere Kinder aufpassen, unseren älteren Nachbarn beim Einkauf helfen und zusehen, dass die wirtschaftlichen Folgen für die unteren Schichten unserer Gesellschaft nicht zu hart ausfallen.

Die DFL hat nun entschieden: Der Spieltag am kommenden Wochenende findet ohne Zuschauer statt, danach wird die Saison für drei Wochen unterbrochen. Unsere Position hierzu ist ganz klar: Ein sportlich fairer Wettbewerb kann nur unter gleichen Bedingungen für alle sichergestellt werden. Geisterspiele stellen eine Wettbewerbsverzerrung dar und sie bringen viele Vereine in eine wirtschaftlich bedrohliche Lage. Deshalb dürfte auch das morgige Spiel gegen den FC Bayern München aus unserer Sicht nicht stattfinden. Dass der Spielbetrieb – nach aktuellem Stand – durch den Verband am morgigen Tag doch durchgeführt werden soll, zeigt uns erneut, wer die hässliche Fratze des Fußballs ist. Der Grund ist klar und wurde auch durch Herrn Rummenigge erst kürzlich bestätigt: „Es geht am Ende des Tages um Finanzen“. Dass dabei trotzdem Spieler, Trainer und Funktionäre zusammenkommen, sich Fans in Kneipen oder anderen Örtlichkeiten treffen, um das Spiel zu sehen und sich am Ende des Tages womöglich untereinander trotzdem eine hohe Anzahl an Menschen infizieren, lassen diese Leute außer Acht. Geld scheint am Ende des Tages eben wichtiger als die Gesundheit der Bevölkerung. Warum man nicht dem Beispiel vieler anderer europäischer Ligen folgt und den Spielbetrieb sofort einstellt, erschließt sich uns nicht. Aus unserer Sicht sollte das sofort geschehen und dieser erst fortgesetzt werden, wenn es die gesellschaftliche Lage wieder zulässt.

Für die sicherlich aktuell bedrohlichen wirtschaftlichen Folgen für die Vereine sollten die Verbände Lösungen entwickeln. Wir halten es nicht für den richtigen Weg mit Solidaritätsaktionen weiter die Fans und Zuschauer zu belasten.

Wir werden das morgige Spiel deshalb in keiner Weise auch noch unterstützen. Es wird daher weder vor noch im Stadion irgendwelche Aktionen unsererseits geben. Auch nach dem Spiel wird sich niemand von uns in die Nähe des Stadions begeben. Wir wollen nicht noch unseren Teil dazu beitragen, dass sich Verband und Fernsehsender über schöne Bilder und neue Berichte freuen können.

Außerdem fordern wir alle Unioner dazu auf, dem Appell des Vereins zu folgen und nicht zum Stadion zu kommen! Seid besonnen und vermeidet, wenn möglich, größere Menschenansammlungen am Spieltag. Verfolgt das Spiel lieber im Beisein eurer Liebsten und Freunde, anstatt unnötige Risiken einzugehen. Denn wir wollen uns ja alle noch wiedersehen, wenn der 1.FC Union Berlin wieder in einem ausverkauften Stadion An der Alten Försterei spielt.

Bis dahin bleibt gesund … Und Niemals Vergessen: Eisern Union!

Wuhlesyndikat 2002
Teen Spirit Köpenick 2006
HammerHearts 2004

Union in Leverkusen (Pokal)

Gegner

Aller guten Dinge sind drei und so kreuzten sich die Wege beider Clubs bereits zum dritten Mal in dieser Saison, zum Leidtragen aller Unioner mit dem besseren Ende für die WERKSELF. Wie viele Bayerspieler wohl wirklich noch bei Bayer arbeiten?

Heimauftritt

Geändert hat sich zum Heimspiel in der Liga nicht viel.

Optische Elemente

Rund 2000 Unioner nahmen den Weg auf sich und reisten auf unterschiedlichsten Wegen an. Schon etwas enttäuschend, steht unser Club doch erstmalig nach 2000/2001 wieder im Viertelfinale des DFB-Pokals.

Das Spiel wurde mit vielen rot-weißen Schwenkern eingeleitet. Die ersten Minuten gab der Block gut Gas und konnte eine ordentliche Lautstärke erzielen. Auch in der zweiten Halbzeit zauberten die anwesenden Unioner einen guten Auftritt auf die Bühne. Eines der besten Auswärtsspiele dieser Saison.

Spiel

Eine gut eingestellte und motivierte Mannschaft führte bis zur 70. Minute völlig verdient. Erst nach einer Gelb-roten Karte kam Leverkusen in Schwung. Am Ende setzt sich dann doch die Qualität durch. Die Heimmannschaft konnte noch die eine oder andere Schippe drauflegen, während bei den Eisernen die Kräfte schwanden und schwanden. So zog am Ende Leverkusen in die nächste Pokalrunde ein.

Sonstiges

Wie schnell Fußball zur Nebensache wird, zeigte sich zur Mitte der ersten Halbzeit, als ein Leverkusenfan einen Herzstillstand erlitt und über mehrere Minuten wiederbelebt werden musste. Beide Fankurven stellten nach Erhalt der Information daraufhin den Support ein. Erst mit bekannt geben, dass es dem Fan besser geht und er stabil war, nahmen beide Kurven den Support wieder auf.

Es spricht schon Bände, dass in der Vorwoche ein Spiel wegen eines Spruchbands unterbrochen wurde, aber wenn ein Mensch um sein Leben kämpft, fröhlich weiter gespielt wird. So stellt man sich den Fußball doch vor!

Und Niemals Vergessen: Fick dich DFB!

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Union gegen Wolfsburg

Gegner

Der Volkswagen-Verein aus Niedersachsen war zu Besuch im schönsten Stadion der Welt. Mit einem einstelligen Platz und sechs Spielen in Folge ohne Niederlage ein starker Gegner mit Willen auf einen Platz für die Teilnahme am internationalen Fußball.

Optische Elemente

Das Spiel wurde ohne große Extras gestartet, da es an diesem Spieltag um viel mehr als nur die Unterstützung unseres geliebten Vereins ging. Ein paar neue Schwenker waren auf der Waldseite zu sehen.

Spiel

Das Spiel begann mit einer durchwachsenen ersten Hälfte und hohem Foulpotenzial seitens der Gäste. In der 23. Minute konnte unser Hüter des Netzes mit zwei Ad hoc-Paraden die Führung verhindern, was ein wenig das Spiel von Union belebte. So konnte Andersson in der 41. die Führung erzielen, die nach der Pause durch Friedrich ausgebaut wurde (56.). Der Anschlusstreffer ließ aber nicht lange auf sich warten. Gerhardt setzte 4 Minuten später nach einer Ecke die Kugel ins Netz. Danach kamen unsere Jungs nicht mehr in die Gänge und liefen dem Ball auf den Flügeln teilweise erschreckend hinterher. Zur Folge hatte das den Ausgleich in der 81. Minute. Leistungsbezogen ist das Unentschieden vertretbar und für Union ein wichtiger Punkt zum Klassenerhalt.

Stimmung

Die Stimmung wurde durch frühe Gesänge stark angeheizt, was an der Ehrung zum 400. Bundesligaspiel von Christian Gentner lag. Glückwunsch an dieser Stelle. Mit dem ersten großen Aufreger der ersten Hälfte war aber klar: Das wird kein normaler Spieltag.
Sich kritisch gegenüber Dietmars Fußball Liga äußernde Spruchbänder sorgten in der 33. Minute für die erste Unterbrechung des Spiels durch den Unparteiischen. Das Warum wird der Schiedsrichter höchst persönlich wissen, dem, mit der Aufgabe eines Einordnens von Formulierungen während des laufenden Spiels, allerdings auch eine sehr undankbare Aufgabe zuteilwurde. Mit Beginn der 44. Minute wurden weitere optische Elemente erhoben, was an der Alten Försterei zu einem sehr zwiespältigen Stimmungsbild führte. Mehr dazu könnt ihr unserer Stellungnahme entnehmen. Mit Beginn der zweiten Hälfte, versuchte die Waldseite das gesamte Stadion wieder zu motivieren, was nur zeitweise auch gelang. Nach Spielende erschien noch ein weiteres Spruchband. „Jahrelang die Kritik überhört und sich nun an Auffälligkeiten gestört“. Er fasste die Thematiken rund um diesen Spieltag optimal zusammen.

Gastauftritt

Die ersten fünf Minuten ein recht lebendiges Bild mit vielen Fähnchen und Bewegung im Block. Der Zaun wirkte, als hätte man zu viele davon eingepackt. So konnte wenigstens der auffallend karge Zaun kaschiert werden.

Sonstiges

Gute Besserung Andre, wir sind in Gedanken bei dir. Du hast gegen Wolfsburg im Grunde nichts verpasst.

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Kollektivstrafen zum „Schutze“ eines Milliardärs – der DFB zeigt erneut sein wahres Gesicht

In den vergangenen Wochen wurde die Fußballöffentlichkeit erneut Zeuge der Doppelmoral und Demokratiefeindlichkeit der Vertreter des sogenannten „modernen Fußballs“. Ihren Höhepunkt erreichte die Absurdität vorerst am vergangenen Wochenende.

Sich gegenseitig übertreffend fabulierten Dietmar Hopp, Karl-Heinz Rummenigge und der DFB selbst, neben abgehalfterten D-Prominenten des Fußballs über „Würde“, „Moral“ und „Respekt“. Dieselben Personen, die im Falle Hopp daran arbeiten, dass der Fußball der Zukunft von hochgezüchteten Retortenvereinen mit unkritischem Klatschpublikum beherrscht wird und der ungebetenen Meinungen gerne mit einem Hochfrequenzgerät begegnet, welches Körperverletzungen nach sich zieht. Oder die, im Fall Rummenigge, Trainingslager in Katar abhalten, einem Land, welches Menschenrechte und somit die oben erwähnten Werte mit Füßen tritt. Ein Land, welches auch aufgrund der DFB-Funktionäre die Weltmeisterschaft 2022 austragen wird. In Anbetracht der nicht aufgeklärten gekauften WM 2006 ist auch hier davon auszugehen, dass sich die Herren das einige teure Uhren haben kosten lassen.

Diese moralisch alles andere als integren Personen und Strukturen wollen uns Fans nun erzählen, was Anstand ist und stören sich an der zugespitzten Wortwahl, mit der wir unsere Kritik äußern. Nur, wenn es keine Möglichkeit gibt, grundlegende Veränderungen im deutschen Fußball zu erreichen, müssen wir eben zu drastischeren Maßnahmen greifen. Dass es keine andere zielführende  Möglichkeit gibt, haben die von uns geführten Gespräche mit den Verbänden gezeigt, die letztlich nicht mehr waren als ein großer Scheindialog.

Die tatsächliche Schande der vergangenen Wochen liegt im Verhalten der Verbände, allen voran des DFB. Zuerst wurden die öffentlichkeitswirksam ausgesetzten Kollektivstrafen wieder eingeführt. Wohlgemerkt, in einer von einem Fußballverband geschaffenen Paralleljustiz. Diese verfassungswidrige Art der Bestrafung ist mit unserem Verständnis von Demokratie nicht in Einklang zu bringen. Indem der DFB diese nun wieder ausspricht, offenbart er nicht nur erneut sein verzerrtes Bild von Rechtsstaatlichkeit, sondern beweist auch eindrücklich, dass er nur solange an Veränderungen und Dialog interessiert ist, solange sein Geschäft nicht ernsthaft gestört wird. Nicht einmal die wenigen Fanorganisationen, die noch mit dem DFB im Dialog stehen, wurden über die “neue Linie” des Verbandes informiert, geschweige denn, deren Meinung eingeholt. Der DFB zeigt wiederholt, dass er kein ernsthaftes Interesse an einem Dialog mit Fans verfolgt. Unter Fritz Keller scheint sich auch hier leider nichts zum Positiven verändert zu haben.

Darüber hinaus sollen von nun an zum Wohle eines Milliardärs sämtliche „Diskriminierungen“ und „Beleidigungen“ sanktioniert werden, bei Wiederholungen droht ein Spielabbruch. Eine Selbstoffenbarung seiner eigenen Unabhängigkeit lieferte der DFB bereits, in dem er im Vorfeld des Spieltags eine Einflussnahme von Vereinsfunktionären und Absprachen zuließ. Der erste Spieltag mit dieser Regelung hat gezeigt, worum es den Verantwortlichen und dem DFB wirklich geht, um schlichte Zensur. Anders ist die Unterbrechung in Meppen nicht zu erklären. Auch, wenn die Verbände jetzt wieder ein Stück weit zurückrudern, zeigt sich klar, in welche Richtung es gehen soll und wird.

Wir sind nicht gutgläubig und waren es auch nie. Und so lassen wir uns auch diesmal nicht blenden. Es geht hier weder um antirassistisches Engagement, noch um Diskriminierung und schon gar nicht um Anstand und Werte. In diesem Falle hätte sich der DFB in der Vergangenheit entschiedener, auch im eigenen Dunstkreis, positionieren müssen. Dieses geschah, wie zu erwarten nicht. Es geht schlichtweg um die Bekämpfung unserer Fankultur und unserer Werte. Die Profiteure des Geschäfts „Fußball“ versuchen mit diesem scheinbar verfänglichen Thema die Fankurven zu spalten, um letztlich die aktiven Fanszenen zu entfernen. Denn diese sind es, die stets den Finger in die Wunde legen und sich für demokratische Vereine, effektive Mitbestimmung im Fußball, für den Erhalt der 50+1 Regel, für bezahlbare Eintrittskarten und fangerechte Anstoßzeiten einsetzen und somit letztlich für das, was uns Fans die Identifikation mit diesem Sport noch halbwegs gelingen lässt.

Aber dieses Engagement ist dem DFB und seinen Verbündeten ein Dorn im Auge, welchen es zu bekämpfen gilt. Diesen Kampf nehmen wir auch weiterhin gerne an, denn wir haben keine andere Wahl, als ihn zu führen, wenn wir unseren Fußball zumindest teilweise noch erhalten wollen. Dieser Kampf kann plakativ, zugespitzt und provokant geführt werden oder tiefgründig und differenziert – wichtig ist, dass wir ihn führen!

Denn wir Fans sind die Basis und die Seele des Fußballs und wir lassen uns weder von Kollektivstrafen, noch von Spielunterbrechungen davon abhalten, für unsere Sache einzustehen.

Wir fordern und erwarten daher:

Kollektivstrafen abschaffen! Es wird Zeit, dass der DFB sein mittelalterliches Rechtsverständnis für alle Zeit hinter sich lässt und Kollektivstrafen nicht nur aussetzt, sondern seine Rechts- und Verfahrensordnung diesbezüglich ändert und damit das Instrument der kollektiven Bestrafung abschafft. Im gleichen Zuge erwarten wir die sofortige Aufhebung der gegen Borussia Dortmund ausgesprochenen Zuschauerausschlüsse.

Die wirklich hässlichen Gesichter des Fußballs bekämpfen! Der Fußball ist kaputt. Wirtschaftliche Interessen werden hofiert, das System sorgt dafür, dass reiche Clubs immer reicher werden, in den Verbänden steht Korruption an der Tagesordnung und um Menschenrechtsverletzungen schert man sich einen Dreck. Nicht erst seit den „Football Leaks“- Enthüllungen ist bekannt, dass Verbände und Vereine sich an diesen Zuständen nicht stören – im Gegenteil, sie fördern sie sogar. Hier muss endlich gegengesteuert werden, sollte den Herren wirklich etwas am Fußball liegen!

Wer nur am maximalen Profit orientiert ist, Werte deshalb nur zu seinem (Wettbewerbs-)Vorteil benennt und sich mit jahrelanger Kritik von Fans nicht ehrlich auseinandersetzt, macht sich lächerlich, wenn er sich als Hüter der Moral inszeniert. Wir Fans werden die Praxis vom letzten Spieltag nicht einfach so hinnehmen und im Zweifel weiter Unterbrechungen und auch Abbrüche in Kauf nehmen.

Fick dich DFB!            

Die Fanszenen Deutschlands im März 2020

Freie Meinung im Fadenkreuz

Ein Schiedsrichter unterbricht ein Fußballspiel der 1. Bundesliga aufgrund eines Doppelhalters oder Gesängen? Die Öffentlichkeit stellt kritische Fußballfans auf eine Stufe mit Terroristen? Die subkulturell geprägte Variante von Kritik an Dietmar Hopp, dem sogenannten Hurensohn, und seinen Auswüchsen wird inhaltlich zur Morddrohung stilisiert, weil ihn ein Fadenkreuz ins Visier nimmt?

Auch wir betrachten mit Sorge eine Entwicklung rund um den Fußball, die die 50+1-Regel, freie Meinungsäußerung, Mitbestimmung und andere Fanrechte nach und nach aufweicht. Darüber hinaus scheint jedoch der Einfluss gängiger Mäzen wie Dietmar Hopp und Dietrich Mateschitz groß genug zu sein, um den Fußball auch weit über den Sport hinaus bis in die Fanszenen zu beeinflussen und das notfalls auch per angeblich unabhängiger Sportgerichtsbarkeit des DFB. Kollektivstrafen schützen eine Einzelperson zuungunsten tausender Unbeteiligter und ihrem Verein. Anstatt daraufhin jedoch die Verhältnismäßigkeit in Frage zu stellen oder gar die Entwicklungen im deutschen Profifußball, stürzt sich die Allgemeinheit wohl lieber auf die letzte Bastion eines einstigen Volkssports, nämlich die organisierte Fanszene. Weil sie laut, frech und oft provokativ auf Missstände aufmerksam macht.

Der Doppelhalter, der vor wenigen Minuten auf der Waldseite zu sehen war, ist keine Morddrohung. Er ist aber ganz klar provokant und kritisiert eine Person und eine stetige Entwicklung. Heute steht er jedoch vor allem entgegen schleichender Zensur und für die Ausdrucksfreiheit in den Kurven.

HammerHearts 2004

Union in Frankfurt

Gegner

Der direkte Tabellenkonkurrent aus Frankfurt lud zum ersten Montagsspiel für Union in der ersten Bundesliga. Ein starker Gegner, zuletzt mit vier Heimsiegen in der Europa League und Liga, mit Lust, dies weiter auszubauen. Lediglich die Punkte auswärts lassen zu wünschen übrig, dort steht FFM auf dem letzten Platz. Seit nunmehr 15 Jahren heißt das Stadion leider Commerzbank Arena und ist mit vielen Raffinessen ausgestattet. Dennoch soll es auch zukünftig kein WLAN im Stadion geben, dass man sich ganz auf das Spiel einlassen kann. Hoffentlich kommt auch irgendwann wieder der Schriftzug Waldstadion aufs Dach.

Heimauftritt

Eine leere Kurve mit Banner gegen Montagsspiele bindet immer wieder die Blicke abseits des Spiels. Da dieser Protest schon länger bekannt war, wurden seitens Verein mehrere Alternativen im Umfeld zur Verfügung gestellt. So gab es Leinwände und extra Monitore im Umlauf und dem Museum, welche das Spiel übertrugen. Der Rest des Stadions ausverkauft und klassisch in den Farben schwarz und weiß, welcher auch ohne Spielbezug immer wieder versuchten ein wenig Stimmung in den Betonbau zu bringen. Eigentlich schade, dass man diese starke Heimkurve diesmal nicht wahrnehmen konnte. Erwähnenswert, da bereits medial ein Thema, war ein Spruchband über der Heimseite. Das gesamte Spiel über wurde ein interessanter Vergleich, mit „Ihr streckt den Spieltag – Wir das Koka“, gezogen.

Optische Elemente

Ein nicht ganz ausverkaufter Gästeblock wurde aufgrund des Montagsspiels mit der altbekannten “Anstoßzeiten fair gestalten”-Zaunfahne geziert. Auf alle weiteren Stilmittel, neben der Trommel und den gut bewährten Händen, wurde ebenfalls verzichtet. Diese Art von Protest wird nun schon seit Jahren und ligaübergreifend gewählt, bis es endlich seitens der Verbände ein Umdenken gibt. Die Belange der Fans müssen endlich wieder vor denen der Investoren stehen.

Spiel

In der ersten Hälfte waren beide Mannschaften auf Augenhöhe, konnten aber durch fehlende Motivation keinen Treffer landen. Vom Spielerischem, mit wenigen strittigen Szenen, hatten die Unparteiischen zumindest in der ersten Hälfte wenig zu tun. Die zweite Hälfte konnte Union dann nutzen, um energischer ins Spiel zu finden. In der 49. und 65. Minute wurden die Eisernen durch einen Stellungsfehler bzw. ein Eigentor in Führung gebracht. Der Anschlusstreffer in der 79. Minute gab der Heimmannschaft nochmal Schwung, der aber schlussendlich nicht reichte.

Sonstiges

Wie bereits in Bremen erwarteten uns am Eingang übermotivierte Ordner, die nicht gerade mit Freundlichkeit glänzten. So musste man sich durch mehrere Reihen von Rocker-Ordnern kämpfen, bevor man zum Block laufen konnte. Vor diesem erwartete uns eine weitere Intensivkontrolle. So schafften es nicht alle der rund 2700 Unioner pünktlich in den Block. Zahlreiche Unioner durften zur Krönung dann noch zu einer Einzelkontrolle. Insgesamt war der Ordnungsdienst nicht auf Deeskalation aus. So konnte man innerhalb weniger Wochen den nächsten, völlig übertrieben Sicherheitswahn am eigenen Leib erfahren.

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