03.10.2018 @ 13.12Uhr
"Ihr werdet von uns hören ... oder auch nicht!" Unter diesem Motto stand der heutige, bundesweite Aktionsspieltag, bei dem, wie angekündigt, als Zeichen des Protestes gegen DFB und DFL, die ersten zwanzig Spielminuten der Support ausgesetzt und geschwiegen wurde - für den Fußball, den wir lieben! Dazu wurde bereits vor dem Spieltag folgender Forderungskatalog formuliert:

- die strikte Einhaltung der sogenannten 300km-Regel (die Spielorte zweier Vereine dürfen max. 300km voneinander entfernt liegen, wenn das Spiel nicht an einem Samstag stattfindet)!
- eine strikte Einhaltung des zehnprozentigen Gästekartenkontingents!
- den Verzicht auf personalisierte Eintrittskarten!
- eine komplette Freigabe sämtlicher Fanutensilien!
- die Abschaffung von Montagsspielen!
- die Abschaffung des Videobeweises!
- die Abschaffung "Englischer Wochen"!
- eine langfristige Garantie sozialverträglicher Eintrittspreise für Stehplätze!
- dass es bei Wochenendspielen keinen Anpfiff vor 14 Uhr geben darf!
- dass es bei Freitagsspielen und bei DFB-Pokalspielen unter der Woche keinen Anpfiff vor 19:30 Uhr geben darf!
- einen langfristigen Erhalt der 50+1 Regel!
- dass es bei der Umsetzung von Choreografien und allem, was dazu gehört, keiner vorherigen Anmeldung bedarf!
- der DFB muss seine "Gesamtverantwortung für die Einheit des deutschen Fußballs" ernstnehmen und die Integrität des Wettbewerbs sicherstellen!
- Transparenz bezüglich der Vergabepraxis von Stadionverboten!
- ein generelles Anhörungsrecht bei der Vergabe von Stadionverboten!
- dass ein Stadionverbot ausschließlich vom Bezugsverein des Betroffenen ausgesprochen werden darf!
- die Abschaffung von Kollektivstrafen!
- eine nachvollziehbare, von Gleichheit geprägte Sportgerichtsbarkeit!
- ein Verbot von Mehrfachbeteiligung im deutschen Fußball!
- die Erarbeitung eines Konzepts zum Verbot von Investoren, die bereits Anteile an ausländischen Vereinen halten!
- eine konsequente Umsetzung des Financial Fairplays in Deutschland und der Uefa!

Während der gespenstisch leisen Anfangsphase des Spiels, die sowohl vom Heim-, als auch vom Gästeanhang mit Spruchbändern mit eingangs erwähntem Motto untermalt wurden, entwickelte sich auf dem Spielfeld eine recht muntere Zweitligapartie, in der die Gastmannschaft in einer torlosen ersten Halbzeit insgesamt etwas mehr von der Partie hatte. Auf den Heimrängen entwickelte sich mit dem Brechen des Schweigens eine stimmungsvolle Atmosphäre, nachdem der "Scheiß DFB"-Wechselgesang mit den Kielern beinah noch am Gästeblock gescheitert war. Im Laufe des Spiels gingen zudem per Spruchband Grüße nach Westberlin, ebenfalls mit Tapete wurde eine Schrottsammelaktion zugunsten des Unioner Stiftungsshuttles beworben.

Halbzeit Zwei ging flott weiter, nun war Union das bessere Team und konnte spät von 0:0 auf 2:0 stellen, Prömel in der 90. und Polter in der 94. Minute besorgten den letztlich verdienten Sieg gegen die Störche. Hervorzuheben ist hier natürlich besonders Polters schönes Fallrückziehertor nach siebenmonatiger Pflichtspielabstinenz. Die Stimmung AdAF nach dem Spiel gelöst, auch das siebte Spiel in Folge bleibt Union als nun einziges Team im Klassement ungeschlagen. Eisern!

Und niemals vergessen: Anstoßzeiten fair gestalten!










27.09.2018 @ 13.12Uhr
Sechster Spieltag und so allmählich zeigt sich, wo die Reise unseres Vereins in dieser Saison hingehen kann. Auf einen vielversprechenden Saisonstart folgten gegen Sandhausen und den Meidericher Sportverein zwei Unentschieden. Jetzt nicht nachlassen!
Die Fahrt bestritten 250 Unioner endlich mal wieder auf der Schiene. Allenfalls bedauernswerte Staatsknechte an den Bahnhöfen waren zwar immer in Sichtweite, aber nicht im Zug. Dementsprechend entspannt wurden die Kilometer runtergerissen und der Zielbahnhof mit einer kleinen Verspätung erreicht.
Beim obligatorischen Marsch zum Stadion machten die vielen getragenen Uniontrikots schon was her.
Von der ersten Hälfte sind fast nur Standards und viel Gestochere in Erinnerung geblieben. Kurz vor der Halbzeit dann doch noch der Führungstreffer, der dem Charakter der Partie gerecht wird: halbgare Hereingabe von außen, in die Mitte abgewehrt und draufgehalten. Arminentorwart Ortega im Pech, da der Ball noch abgefälscht wurde.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es als Teil des Aktionsspieltages eine akustische und optische Aktion gegen die Bewerbung des DFB für die EM 2024 mit einem Pfeifkonzert und den Spruchbändern "Wir brauchen keine gekaufte EM, sondern Veränderungen! - United by money - korrupt im Herzen Europas". Der letzte Teil wurde links und rechts von dem Logo jener Bewerbung sowie dem Logo der UEFA flankiert. Ob Deutschland für ein geldgeiles Konstrukt, an dem sich nichts zu ändern scheint, am 27. September den Zuschlag erhält, wird man sehen. Wünschenswert ist dieser Zirkus 2024 im eigenen Land ganz sicher nicht.
Zwanzig Minuten nach Wideranpfiff dann der unnötige Ausgleichstreffer. Kotz! Das Geschehen auf dem Rasen dann weiter eher mühsam und mit wenigen heißen Torraumszenen. Uninspirierte Schüsse aus der Distanz, das war es dann auch schon. Von der Leichtigkeit des Saisonstarts war hier nichts mehr zu sehen.
Die Leistung im Gästeblock war phasenweise sehr ordentlich. Gute Mitmachquoten zeigten, dass hier heute alle richtig Bock auf das Spiel hatten. Dieser Funke wollte aber nicht so recht überspringen.
Gegen Kiel muss die Mannschaft noch mal zeigen, was in ihr steckt!

Abseits unseres geschlossenen Anreiseweges begleiteten noch vier unserer Gruppenmitglieder den neu gegründeten Stiftungsshuttle der Stiftung des 1.FC Union Berlin, für den wir auf dieser Fahrt die Patenschaft übernommen haben. Sicher eine gute Sache um es gehandicapten Unionern zu ermöglichen ihren Verein auswärts zu begleiten, für die wir an dieser Stelle auch gern noch einmal werben möchten.

Und niemals vergessen...
...Eisern Union!







23.09.2018 @ 13.12Uhr
"Wir sind weiterhin bis in die Haarspitzen motiviert, uns für die Grundwerte des Fußballs und gegen eine weitere Entfremdung des Fußballs durch Korruption, Gutsherrenmachenschaften und Kommerzialisierung einzutreten. Wir sehen es mehr denn je als unsere Verantwortung gegen den DFB und die DFL aufzustehen und wissen zehntausende Unterstützer in den Kurven des Landes hinter uns."

So schlossen wir vor rund einem Monat unsere Erklärung zu dem Abbruch der Gespräche mit den Verbänden. Wir führten dabei aus, dass der Beitritt der Fanseite zu einem wie auch immer gearteten ,,runden Tisch‘‘ keine Verbesserung für jene Fanseite mit sich gebracht hat und wohl auch nicht bringen wird. Viel mehr handelte es sich bei den Gesprächen um eine für die Verbände gesichtswahrende Vorgabe von Dialogbereitschaft, ohne dabei jedoch gewillt zu sein, tatsächliche Verbesserungen im Sinne der Fußballfans durchzusetzen. Auch die geleakten E-Mails zwischen DFB-Präsident Reinhard Grindel und seinem Vizepräsident Rainer Koch haben uns gezeigt, dass der Abbruch der Gespräche ein richtiger Schritt war.

Diese Resignation bezieht sich dabei jedoch einzig und allein auf die besagten Gespräche, nicht jedoch auf unseren grundsätzlichen Kampf für einen anderen Fußball. Einen Fußball, der sich an der Basis orientiert, statt die Spirale in immer neue Höhen zu drehen. Der den Fokus auf die Fans legt, statt sich nur nach Investoren, Stakeholdern und dem großen Geld zu richten.

Wenn die Anliegen der Fans in Gesprächen kein Gehör finden, dann vertreten wir sie wieder dort, wo man uns nicht ignorieren kann: In unseren Stadien und Kurven. Wir haben angekündigt, dass man von uns hören wird und setzen das in der kommenden englischen Woche, dem siebten Spieltag, um.

In den ersten 20 Minuten der Spiele werden wir auf einen wie üblich organisierten Support verzichten. Stattdessen werden wir unseren Protest in die Stadien tragen und zeigen, dass die große Masse an Fans nicht damit einverstanden ist, was einige wenige Funktionäre mit unserem geliebten Fußball veranstalten.

Über die genaue Ausgestaltung des Protests werden die jeweiligen Fanszenen informieren. Schließt euch den Protesten an, um ein einheitliches und starkes Zeichen zu setzen! Zeigt denen da oben, dass die Fans in den Stadien nicht gewillt sind, immer neue Auswüchse der Kommerzialisierung und Entfremdung in Kauf zu nehmen!

Die Fanszenen Deutschlands im September 2018


20 Minuten schweigen für den Fußball, den wir lieben!

Um den laufenden Protesten mehr Ausdruck zu verleihen, haben sich die "Fanszenen Deutschland" und auch wir, die Szene Köpenick, dazu entschieden, am siebten Spieltag 20 Minuten zu schweigen.

Wir fordern:

- die strikte Einhaltung der sogenannten 300km-Regel (die Spielorte zweier Vereine dürfen max. 300km voneinander entfernt liegen, wenn das Spiel nicht an einem Samstag stattfindet)!
- eine strikte Einhaltung des zehnprozentigen Gästekartenkontingents!
- den Verzicht personalisierte Eintrittskarten!
- eine komplette Freigabe sämtlicher Fanutensilien!
- die Abschaffung von Montagsspielen!
- die Abschaffung des Videobeweises!
- die Abschaffung "Englischer Wochen"!
- eine langfristige Garantie sozialverträglicher Eintrittspreise für Stehplätze!
- dass es bei Wochenendspielen keinen Anpfiff vor 14 Uhr geben darf!
- dass es bei Freitagsspielen und bei DFB-Pokalspielen unter der Woche keinen Anpfiff vor 19:30 Uhr geben darf!
- eine langfristigen Erhalt der 50+1 Regel!
- dass es bei der Umsetzung von Choreografien und allem, was dazu gehört, keiner vorherigen Anmeldung bedarf!
- der DFB muss seine "Gesamtverantwortung für die Einheit des deutschen Fußballs" ernst zu nehmen und die Integrität des Wettbewerbs sicherstellen!
- Transparenz bezüglich der Vergabepraxis von Stadionverboten!
- ein generelles Anhörungsrecht bei der Vergabe von Stadionverboten!
- dass ein Stadionverbot ausschließlich vom Bezugsverein des Betroffenen ausgesprochen werden darf!
- die Abschaffung von Kollektivstrafen!
- eine nachvollziehbare, von Gleichheit geprägte Sportgerichtsbarkeit!
- ein Verbot von Mehrfachbeteiligung im deutschen Fußball!
- die Erarbeitung eines Konzepts zum Verbot von Investoren, die bereits Anteile an ausländischen Vereinen halten!
- eine konsequente Umsetzung des Financial Fairplays in Deutschland und der Uefa!

18.09.2018 @ 13.12Uhr
550 km Anreise an einem Freitag hieß es für Duisburgs Anhängerschaft heute, weshalb nicht von einem vollen Gästeblock auszugehen war. Union kann nach 4 Spieltagen immerhin von sich behaupten, ungeschlagen zu sein und, das sei vorausgeschickt, war es auch noch nach Spieltag 5. Der Weg dorthin jedoch bestach in erster Linie durch seine Spannungskurve. Ein Krimi, der dich über lange Zeit mit Handlung füttert, nur um diese am Ende wieder überraschend in Frage zu stellen und den Zuschauer ratlos zurück zu lassen, ob das jetzt ein Happy End war oder nicht.
Die Försterei füllte sich heute mit rund 20.500 Fußballfans. Diese sahen eine ereignisarme erste Hälfte und immerhin noch zwei gute Aktionen von Gogia vor der Halbzeit, von der die zweite zum Führungstreffer führte und die Unioner zufrieden stimmte.
Trotz des eher taktisch geprägten und deshalb noch sehr zähen Spiels schien die Försterei gut in Form zu sein. Die Anfeuerung wirkte zeitweise ausgelassener als sonst, zum Ende hin spielbedingt sogar hoch emotional.

Bei den Gästen fiel besonders die Zaunbeflaggung auf. Dreireihig angeordnet und unten am Zaun mit einem Banner zum Thema Anstoßzeiten wirkte es zwar zum einen wie die Angsthasenvariante, es kann jedoch auch sehr gut eine funktionelle Lösung für einen freitagsbedingt mäßig gefüllten Gästeblock gewesen sein, denn er wirkte so kompakter und besser ausgelastet. Akustisch reißt man so auch keine Bäume aus, aber Bewegung war da.
Hälfte zwei begann auf dem Platz ähnlich wie die erste, doch dann der Rückschlag in Minute 77 und sechs Minuten später der Schock, den uns Tore von Souza und Sukuta-Pasu versetzten. Damit hatte nun wirklich keiner gerechnet und am wenigsten das Team selbst. Duisburg wirkte jetzt in Gesamtheit wie ein großer Glückskeks, während Waldseite und Gegengrade statt Trauer eher Wut auspackten und das in emotionalen Support verwandelten. Gut so, denn Union ließ sich anstecken und spielte nun großartig gegen die drohende Niederlage an. Beim Ausgleich von Hübner (90+1) schien das Stadion einer Explosion nah. Wäre noch das 3:2 gefallen, hätten wir es neu bauen müssen. Das passierte Gott sei dank, oder doch eher leider, nicht und man war sich nach dem Wiedererlangen des Ruhepulses nicht ganz sicher, ob man einen Punkt gewonnen oder zwei verloren hat.
Und niemals vergessen...
...nächsten Samstag alle im Trikot nach Bielefeld!










04.09.2018 @ 13.12Uhr
Eine Woche nachdem unsere Mannschaft die Kiezkicker mal eben mit 4:1 nach Hause geschickt hatte, ging es für uns zum Auswärtsspiel nach Sandhausen.

Sicherlich ist dies eines der Spiele, die man auch getrost in die Tonne kloppen kann, hilft aber alles nix und so starteten wir mit Autos und Neunern unsere Tour. Wesentlich später als geplant, jedoch sehr entspannt, erreichte man sein Ziel und bewältigte die letzten Meter zu Fuß, bevor es ins Stadion ging. Zum Spielgeschehen gibt es auch nicht viel zu berichten: viel Kampf und Krampf bei ziemlich wenig Fußball. Aber so ist das wohl, wenn das Schlusslicht auf den Tabellenführer trifft. Nach 90 Minuten zeigte die Ergebnisanzeige ein 0:0 an, womit sicherlich beide Mannschaften zufrieden sein dürften. Die Stimmung wusste heute durchaus zu gefallen, auch wenn es vielen sicherlich schwer fällt sich auf diesem besseren Dorfplatz mit Testspielatmosphäre zu motivieren und seine Mannschaft zu unterstützen.

Der Beginn der zweiten Halbzeit sollte optisch für ein kleines Highlight sorgen und so erblickte nicht etwa eine geplante Choreo, sondern eine dichte Rauchwand das Licht der Welt. Warum der SV Sandhausen das eigentliche Intro kurzfristig verboten hat wissen wohl bloß die Verantwortlichen. Passend dazu also auch der Spruch "Choreoverbot? Das ist unsere Art, Dampf abzulassen!"

Die Rückfahrt verlief wie im Flug und so erreichte man zu einer arbeitnehmerfreundlichen Zeit die Hauptstadt.

Und niemals vergessen...

...Eisern Union!










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