15.11.2017 @ 13.12Uhr
Am 13. Spieltag dieser, mittlerweile doch fortgeschrittenen, Saison empfing unsere geliebte Elf diejenige Mannschaft, welche wie keine andere in den letzten Jahren die Fanszene von Union gespalten hat. Auf der einen Seite die Blutsbrüderfraktion, die massive Ähnlichkeiten zwischen beiden Vereinen sehen will und auf der anderen Seite die Fraktion, welche diesen Hype nicht mitgehen will. Die Versuche der braunen Seite, uns in eine rechte Ecke stecken zu wollen, trägt auch nicht dazu bei, dass eine Annäherung oder Akzeptanz entsteht und zeugt mehr von Ignoranz, als von Einblick in unsere Fanszene. Aber gut, ist nicht unser Bier und ein wenig Brisanz auf den Rängen hat doch auch immer was schönes.

Während wir uns zu normalen Zeiten trafen und erfolglos warteten, ob vielleicht noch ein paar Blutsbrüder oder deren Babelsberger Freunde zu empfangen sind, fuhren die Gäste via Autokorso nach Berlin. Somit kann man auch direkt zu den Geschehnissen ins Stadion gehen, wo beide Seiten mit optischen Aktionen zum Beginn aufwarteten. Auf der Waldseite erblickte die alt-ehrwürdige "Eisern Union"-Blockfahne wieder mal das Licht der Welt. Die Gegenseite wiederum startete unter dem Motto "Voran St. Pauli" via Spruchband und Schals den Versuch, ein geschlossenes Intro abzuliefern, Prädikat: Ging schon einmal besser. Die Mannschaften legte zu Spielbeginn Vierter gegen Fünfter gleich gut los und auf beiden Seiten war ein hohes Tempo zu sehen, jedoch ohne fruchtbaren Erfolg. St. Pauli jedoch in Halbzeit eins etwas zwingender und so konnte man sich über das 0:0 zur Halbzeit nicht beschweren, speziell da es zu einer kniffligen Situation im Strafraum zwischen Allagui und Busk kam, welche im Nachgang noch zu vielen Diskussionen führte. Aber auch hier: Den Elfer gab es nicht und somit gut für uns, wer weiß, wie es sonst ausgegangen wäre. Anfang der zweiten Halbzeit noch ein recht ähnliches Bild, bevor unser Team im Verlauf immer dominanter wurde. Das Runde wollte dennoch nicht ins Eckige und so musste man bis zur Nachspielzeit warten, in der Polter in der 92. Minute das 1:0 köpfte und einen schon lange nicht mehr gesehenen Torjubel herbeirief. Nach den späten Gegentoren gegen Nürnberg, Düsseldorf und Duisburg endlich mal das Glück auf unserer Seite. Stimmungstechnisch jedoch war das Spiel eher mau gewesen. Der Gästeblock enttäuschte doch ganz schön, wenig Bewegung und wenn, dann wirkte der Pöbel um USP recht isoliert. Hat man schon besser erlebt. Unsere Seite wusste aber auch nicht zu überzeugen. Die Mitmachqoute auf der Waldseite stimmte zwar, aber zu selten wurde es angemessen laut. Die Liedauswahl und vor allem das stupide Durchsingen der Lieder ohne Beeinflussung vom Spielgeschehen raubt der Atmosphäre einfach die Emotionalität. Schade drum. Schade auch, dass die Gegengerade derzeit in einer schlechten Verfassung ist und sehr selten bis gar nicht auf Lieder eingeht oder auch der Wechselgesang nur noch halbherzig wirkt. Zu erwähnen sind noch drei Spruchbänder auf der Waldseite. Zum einen wurde Horst Kahstein gedacht, der ehemalige Präsident unseres Vereins verstarb leider im Laufe der Woche. Dann ein erneut kritisches Spruchband zur Personalie A. Lorenz und seiner Affinität für anscheinend alle Berliner Vereine. So sagte selbiger vor einige Jahren "Na, denn, D*****. Auf in die Zukunft. Sport frei.". Das WS stellte im gleichen Zusammenhang noch die Frage "Kriegt hier jeder ein Job?" "Unioner, bleibt kritisch!". Auch wir werden uns in den nächsten Tag noch einmal zu der Thematik äußern, vielleicht zieht Christian Arbeit ja aber auch zuvor die Reißleine, Zeit wird es. Ein drittes Spruchband richtete sich nach Mönchengladbach und einem Freund dort, der derzeit in der schwierigsten Zeit seines Lebens steckt und dem wir an dieser Stelle den Rücken stärken wollen. Stark bleiben, Nils! Jetzt geht es erst einmal in die Länderspielpause wo am 09.11. noch ein Gespräch zwischen Fanvertretern und Vertretern der Verbände anstehen. Es wird nicht langweilig.

Eine traurige Meldung mussten wir zwei Tage nach dem Spiel noch zur Kenntnis nehmen. Nach Horst Kahstein weilt nun auch Günter „Jimmy“ Hoge nicht mehr unter uns. Somit ist die Unionfamilie um einen seiner schillerndsten Spieler ärmer.

In diesem Sinne: Eisern Union, Jimmy!






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