24.08.2017 @ 13.12Uhr
Mit dem Gefühl, eine bittere Niederlage hingenommen zu haben, trat man heute die Heimreise aus Nürnberg gen Berlin an. Tatsächlich war es ein Punktgewinn mit spätem Ausgleichstreffer auf der falschen Seite und bedeutete den siebten Punkt im dritten Spiel. Also alles super soweit, hätte vor dem Spiel wohl jeder mit 'nem Unentschieden leben können.

Mindestens genauso wichtig wie das Geschehen auf dem Rasen ist allerdings der an diesem Wochenende eingeläutete lautstarke Protest gegen den DFB. Bereits seit Freitag wurden bei so gut wie allen Spielen dabei unter dem Motto "Fick dich DFB" Transparente gezeigt, die auf die jeweiligen Situationen in den einzelnen Vereinen, passend zum Thema, aufmerksam machten. Diese Situationen sind thematisch oft völlig unterschiedlich gelagert, haben jedoch im Kern denselben Ursprung: Die Profitgier einflußreicher Fußballfunktionäre, die dabei auch bereit sind, klare Grenzen wie selbstverständlich zu überschreiten und moralische Aspekte im Sinne der Vermarktung völlig zu ignorieren. Ein Spruchband der Ultras Nürnberg, welches die Gesamtsituation ganz gut zusammenfasst, bleibt dabei am heutigen Tag vor allem im Gedächtnis - "Ihr tut sauber, aber seid korrupt!". Der Allgemeinheit sei dabei gesagt, dass der DFB logischerweise jeden seiner Schritte, und sei es ein scheinheiliges Gesprächsangebot, nur auf der Basis durchführt so viel Geld wie möglich damit zu verdienen. Währenddessen gibt der Kurvenfan, ob Student, Banker oder Müllmann, seinen letzten Cent für sein Hobby. Trotzdem sind die Funktionäre in Medien und Onlinekommentaren die Saubermänner in dieser Angelegenheit. Die Funktionäre, die sich 2006 eine WM im eigenen Land erschummelt haben. Wir haben keine Argumente? Bitte schreibt eure Kommentare nicht vom sicheren Sofa aus und holt eure Meinung nicht aus Ultra-Hetzkampangen der Bild. Sprecht mit Leuten im Stadion, seid gern kritisch aber ihr werdet merken, dass wir deutlich mehr Argumente haben als der DFB. Mehr Argumenten als: Geld.

Unser thematisiertes Problem mit dem DFB war heute die Stehplatzkultur, die für uns ohne Frage ein unglaublich wertvolles Gut ist und zur Idendität unseres Vereins und der Alten Försterei gehört.
Die optischen Aktionen auf Seiten der Nürnberger wirkten zwar ein wenig ungeschlossen, jedoch sehr gut organisiert und über das ganze Spiel verteilt. Dabei hingen sowohl im BDA- sowie auch im UN-Block über die gesamte Spieldauer jeweils ein "Fick dich DFB"-Plakat und abwechselnd kamen verschiedene Spruchbänder zum Thema.

Hoffen wir, dass der Protest nicht im Sande verläuft. In den nächsten Monaten, ja vielleicht Jahren, geht es um existenzielle Fragen, wie zum Beispiel für wen der Fußball gemacht ist. Volkssport oder Event für die Reichen und Sky-Abonnenten? Wir werden es sehen.

Die nach Stimmungsboykott wiedererwachte Nürnberger Kurve wirkte heute auch außerhalb des Protests, und den beispielsweise dazugehörigen Wechselgesängen, sehr agil und laut. Viele Fahnen und eine kleine Choreo zu Beginn des Spiels untermalten das gute Gesamtbild einer der wohl besten Kurven Deutschlands.
Bei uns war eine Verbesserung zum Pokalspiel bemerkbar. Vor allem die alten Gassenhauer kamen mal wieder auch auswärts gut zur Geltung. Die sehr schwachen Phasen zeigen, dass es durchaus noch besser geht, aber so langsam scheint man wohl aus der Sommerpausenlethargie zu erwachen.

Auf der Rückfahrt haben es unsere Haustechniker geschafft, die Pokalauslosung immerhin auf Tonspur live im Bus laufen zu lassen, wodurch man die durchaus überflüssige Ziehung von Leverkusen-Union hören konnte. Gut, auch wenn es nur etwa 3-4 beschissenere Lose hätte geben können muss man wohl damit leben. Am Ende bleibt ein wohl unglaublich schwieriges Spiel, auswärts unter der Woche gegen eine der uninteressantesten Erstligaszenen. Egal, die Euroleague kommt nicht von allein.


Fick dich, DFB!
Copyright © HammerHearts '04 2004-2013
Startseite | Neues | HH'04 | FAQ | Kontakt | Links